Als wir aufstanden, waren Julien, Christine und Hristina gerade erst von der Party im Kingston zurückgekommen. Deshalb nahmen sie dann auch am Vormittagsprogramm nicht teil. Wir fuhren zuerst zur Deutschen Botschaft, dort sollte ein Afrikanischer Film gezeigt werden. Mensch hatte wohl auf uns gewartet, als wir dort ankamen, wurden dann auch erstmal einige wichtige Personen wie der Germanistikprofessor vorgestellt. Die Veranstaltung war anscheinend der krönende Abschluss von Deutschkursen, denn zuerst wurden einigen TeilnehmerInnen Zertifikate überreicht, für die sie sich dann höflich auf deutsch bedankten. Anschließend führten die TeilnehmerInnen noch ein kleines Theaterstück auf. Daraufhin kamen wir zu dem burkinischen Film namens Yaaba (das heißt wohl Großmutter auf Moore), der vor Urzeiten wohl mal von einem dritten Programm auf VHS-Kassette aufgenommen worden war (zumindest kam dort noch eine Ansagerin vor). In dem Film geht es grob gesagt um eine alte Frau, die aus dem Dorf verstoßen wird, weil sie für eine Hexe gehalten wird. Schließlich stellt sich das aber als böse Verleumdung heraus.
Nachmittags besichtigten wir dann “heilige Krokodile”. Das Schild an der Kasse verkündete, dass wir mit unserem “Eintrittsgeld” einen Beitrag zur Entwicklung des Tourismus leisten würden. Wir bekamen dann zwei Führer gestellt, die uns zu dem See mit den Krokodilen führten. DIe heiligen Krokodile waren ziemlich faul und anscheinend auch gut gesättigt, denn es dauerte etwas, bis sie die von uns mitgebrachten Hühnchen verspeisten. Anschließend gingen wir dann noch zu einem Krokodil, das mensch streicheln durfte und hinter dem wir uns dann als Gruppe fotografieren ließen. Die Krokodile waren gut domnestiziert, denn als sich ein zweites Krokodil näherte, musste unser Führer ihm nur den Stock auf die Schnauze legen um es zu stoppen. Angeblich sei auch noch nie etwas passiert. Anschließend konnten wir dann noch Souvenirs kaufen.
Wir stiegen in unseren Toyota-Kleinbus und stoppten dann bald an einem Markt, um einzukaufen bzw. Dolo zu trinken. Das dauerte etwas länger und führte zu Unmut bei den Leuten, die gerne noch zu der studentischen Versammlung gegangen wären. Denn vor der Sommerpause hatte es einen Streik gegen die unzureichende Ausstattung der Uni gegeben. Bei den Polizeiaktionen dagegen hatte es einige Verletzte gegeben. Nun sollte darüber entschieden werden, ob der Streik fortgeführt wird. Die Politiker hatten beteuert, es gäbe kein Geld um eine bessere Ausstattung zu finanzieren. Genug Geld für etwas anderes war aber anscheinend da: Wir durften selber Zeuge werden, wie um das Unigelände eine Mauer gebaut wurde, damit die Studierenden in Zukunft nicht mehr so einfach vor der Polizei fliehen können. Das Ergebnis der Versammlung war, wie uns später mitgeteilt wurde, dass der Streik erstmal ausgesetzt wird. Am mittwoch sollte es aber eine neue Versammlung geben und falls die Polizei diese politische Versammlung auf dem Campus verhindern sollte, dann sollte der Streik weitergehen.
Am Abend waren wir dann beim FONER-Präsidenten eingeladen. Es gab ein Festessen, bestehend aus Hähnchen, gebratenen Yams und Alloco (Kochbananen). Hier fühlte sich Amadou Salbre, der Chef von L’oeil des jeunes, nun bemüßigt, das Geheimnis um M Zongo zu lüften. Wenn wir in einem Dorf in Afrika wären, dann müssten wir auf jeden Fall zum Dorfchef gehen, um ihn um Erlaubnis zu fragen. Hier in Ouaga gäbe es zwar keinen Dorfchef, aber um etwaige auftretende Probleme (die zum Glück nicht vorgekommen wären) lösen zu können, hätte l’oeil des jeunes M Zongo als Paten gewinnen können. Und deshalb sei er uns besonders verbunden. Wir hatten immerhin an ein kleines Geschenk gedacht und Respekt!-Schlüsselanhänger und -luftballons mitgebracht.
Anschließend ging es dann in eine Maquis, wo das Abschlussfest von Etrange rencontre stattfinden sollte. Wir zahlten einen überhöhten Eintrittspreis und bekamen dafür die in Burkina Faso sehr beliebte ivorianische Musik. Zu späterer Stunde (das bekamen dann aber nur noch Anna, Georg und Berti mit) gab es dann noch eine Vorstellung von Künstlern, die mit Playback sangen und dazu gelegentlich ihre Füße bewegten. Glücklicherweise war diese schauerliche Veranstaltung aber bald vorbei und wir konnten noch etwas zur ivorianischen Musik tanzen.
Berti
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Oktober 1st, 2008 at 15:26
hallo liebe leute,
anders wusste ich nicht den kontakt herzustellen auf eurer seite,
SOWAS kennt ihr ja hoffentlich noch.
Eine Neue Seite für SOWAS ist im Entstehen.
Da wir jetzt eine kleine Schule in der Nähe von Ouaga gefördert haben und wenn es denn klappt weiter fördern möchten, würde ich gerne mal mit euch reden, wie man da in zukunft evtl. mal zusammenarbeiten kann.
Bitte um Rückmeldung
Christiane
Januar 4th, 2009 at 23:06
Liebe Christiane,
leider verstehe ich nicht so ganz, was Du mit Deinem Kommentar meinst. Natürlich sind wir an einer Zusammenarbeit interessiert, aber worum geht es eigentlich? Wenn Du möchtest kannst Du Dich gerne unter unserer e-mail Adresse melden: burkinafaso08(at)agfj.org
Viel Erfolg bei Deinen Projekten und vielen Dank für Dein Interesse.
anna